Hamburg (dpa) Außer dem Flugzeug, dem Computer und dem Internet haben vor allem zahlreiche Kleinigkeiten den Alltag in diesem Jahrhundert stark verändert. Banale Erfindungen wie etwwa die Büroklammer sind aus dem täglichen Leben der meisten nicht mehr wegzudenken. Das simple Stück Draht wurde erstmals um 1900 von dem Norweger Johann Vaaler zurechtgebogen. Sie zählt zu den 100 genialsten Erfindungen dieses Jahrhunderts, meinen zumindest David Hillmann und David Gibbs. Ihr Buch "Genial!" (VGS Verlagsgesellschaft) widmen sie eben jenen "kleinen" Dingen, ohne die der Alltag heute ganz anders wäre. Hill und Gibbs erzählen die Geschichten von Dingen wie der Thermoskanne, dem Neonlicht, dem Fischstäbchen, Bikinis, Kugelschreibern, Parkuhren und Einwegfeuerzeugen. Die Entwicklung des Staubsaugers liegt nach Auskunft der Autoren zwischen Eisenbahn und Buckingham Palast, Hubert Cecil Booth hatte die Idee, Dreck in eine geschlossenen Behälter abzusaugen. Der Brückenbauingenieur hatte beobachtet, welche Staubschwaden sich erhoben, wenn in London Eisenbahnwaggons gereinigt wurden. Booths Maschinen wurden zunächst nur von einer Reinigungsfirma benutzt. Der Durchbruck kam bei den Vorbereitungen zur Krönung König Edwards VII. im Jahr 1902. In letzter Minute wurde entdeckt, daß die Teppiche unter dem Thron schmutzig waren. Booths Staubsauger war die Rettung - seine Majestät orderte sogleich eines der Geräte für den Buckinghampalast. Reich wurde erst William Hoover, der den ersten tragbaren, elektrischen Staubsauger zur Serienreife entwickelte. Viele Erfindungen verdanken ihren Durchbruck dem Krieg und dem Militär. So war es die US-Army, die ihren Soldaten im Ersten Weltkrieg in großem Stil Reiverschlüsse in die Hosen nähen ließ. Auch die T-förmigen, kragenlosen Hemden mit Aufdruck fanden sich zuerst in den Spinden amerikanischer Marineinfanteristen. Als im zweiten Weltkrieg der Stoff knapp wurde, hob die US-Regierung ungewollt den Bikini mit aus der Taufe. Damals bestimmten sie, der zivile Textilverbrauch müsse sinken - und wo sonst außer in der Mitte hätten die Designer bei Damenbadeanzügen Stoff sparen können. Oft weiß die Welt mit Früchten der Arbeit findiger Geister nicht sofort etwas anzufangen: So brauchte der Teebeutel mehr als 70 Jahre, um sich in der Teatime der Engländer durchzusetzen. Heute werden nach Angaben der Autoren 75 Prozent des Tees in Großbritannien in Beuteln verkauft. Zufall stand Pate Manchmal stand dauch der Zufall Pate, wenn geniale Erfindungen das Licht der Welt erblickten. So stießen zwei Chemiker in den dreißiger Jahren bei der Suche nach einem ungiftigen Gas für Kühlschränke per Zufall auf einen trägen, schmierigen Kunststoff. Heute ist Teflon nicht nur in den meisten Bratpfannen zu finden. Sogar die Freiheitsstatue ist damit teilweise beschichtet. Die Autoren mögen an den Geburtshelfer Zufall nicht recht glauben. "Einen guten Erfinder zeichnet aus, daß er vorhandene Dinge in genial einfacher Weise neu kombiniert." Genial sei derjenige gewesen, der vor langer Zeit aus zwei Stöcken un einer Schnur Pfeil und Bogen gemacht hat. Liste der 99 wichtigsten Erfindungen dieses Jahrhunderts des amerikanischen Nachrichtenmagazines "Time" Auch das amerikanische Nachrichtenmagazin Time hat die besten Ideen zusammengestellt. Sicher ist die Auflistung etwas Amerika-lastig, aber immerhin sind zumindest zwei deutsche Erfindungen enthalten (Tonbandrecorder von der AEG und das Düsentriebwerk vom Entwickler Hans von Oheim).
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