Australien live im  Altmuehlnet
06.12.2002

 

Great Ocean Road

 

Wellen brechen sich an den rockigen Felsen

 

mein

 

Regenwald

 

über 300 Kilometer lang- die Great Ocean Road

    Great Ocean Road

Nun bin ich also schon seit über einer Woche in Melbourne im Bundesstaat Victoria.

Jetzt ist es hier sechs Uhr abends und ich versuche Euch wieder ein paar nette Zeilen aus Australien zu schreiben. Vor 10 Minuten war ich noch in der Küche gestanden und habe dort den Kochlöffel geschwungen. Nach einem ausgezeichneten Essen bringe ich mal wieder die Kraft auf, mich vor den Computer zu setzen und lasse nun die letzten Tage aufs Papier nieder. Manchmal ist es gar nicht so einfach sich daran zu erinnern was man so erlebt hat. Aber keine Angst – ich habe ja immer noch meine Fotos zur Erinnerung.

Hier im Hostel lernt man, wie ihr Euch ja vorstellen könnt, ziemlich viele Leute kennen. Entweder ist es nur ein kurzer Plausch über das Wetter oder den Reiseverlauf oder man verbringt so manch nette Stunden gemeinsam in der Stadt und unternimmt am Abend etwas lustiges. Ich lernte am Dienstag ein nettes Mädchen aus Deutschland kennen, die hier für ein Jahr unterwegs ist. Als ich ihr sagte, daß ich aus der Nähe von Ingolstadt komme, wäre sie mir doch fast um den Hals gefallen! "Nein!", sagte sie, nächstes Jahr im Juni käme doch der Robbie Williams nach München und das möchte sie auf keinen Fall verpassen.

" Nun gut, hier ist meine Adresse und Telefonnummer. Falls du auf das Konzert kommen möchtest, dann rufe mich doch einfach an", sagte ich. Den Mittwochabend verbrachte ich auch mit ihr. Bis in die Früh' um 4 Uhr saßen wir im Hostel und quatschten "über Gott und die Welt". An diesem Mittwoch hatte ich auch noch eine Eintagstour zur Great Ocean Road gebucht. Ihr könnt Euch ja nun denken wie ich in der Früh aus dem Bett gekrochen bin...

Sehr langsam – und fit war ich auf keinen Fall! Punkt 7.30am machten wir uns auf den Weg zur Great Ocean Road. Zusammen mit 4 weiteren Kollegen aus dem Hostel wurde es auch im Bus nicht langweilig. Die Great Ocean Road ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Australier, wenn es um ihren Urlaub geht. Mich wundert das überhaupt nicht. Wenn hier der Sommer ausbricht und die Wellen am Strand ihre Stärken zeigen stehen die Surfer Schlange. Nähe "Geelong" gibt es eine Ortschaft, in der sich die Surfer niederlassen. Ein kleiner Supermarkt und über 40 Surfshops gibt es dort. Da kann man nur den Kopf schütteln. Auch werden hier immer wieder großartige Surf Videos gedreht und die weltbesten Surfer "reiten die Wellen".

So viel zu den Aktivitäten an der Coast. Bei diesem Tagesausflug machten wir uns auf zu den "Twelve Apostels" und für einen Marsch durch den Regenwald blieb zu guter Letzt auch noch Zeit.

Angekommen im Besucherzentrum traute ich meinen Augen nicht. Wer lief mir da über den Weg...? Zwei gute Freunde, die bei der Tour nach Alice Springs dabei waren. 8000 Kilometer in die andere Richtung – und nun stand man zusammen an der Great Ocean Road! Tja, die Welt ist doch klein, und um so schöner war es, daß man sich wieder sah. Schnell wurden die Adressen in Melbourne ausgetauscht, und danach ging es für mich weiter zu unserer Mittagspause.

Das Mittagessen teilt man sich hier mit wunderbaren, vielfarbigen Vögeln. Da sitzt man seelenruhig am Tisch und denkt an nichts Böses. Und was passiert? ! Der gefiederte Kollege setzt sich auf deinen Kopf und schaut auf deinen Teller. Ja, ich konnte es selbst kaum glauben! Danach ging es nach einer kurzen Fahrt für einen Ausflug in den Regenwald. Kalt ist überhaupt kein Ausdruck mehr! Vor zwei Stunden noch war ich am Strand gestanden und hatte mir die Wellen angeschaut, und nun marschiere ich hier durch einen Regenwald. Irgendwie seltsam. Aber das ist eben "down under". Die Temperaturen lagen bei ungefähr 10 Grad. Und in den letzen Monaten und Wochen beschäftigte ich mich immer mit Temperaturen um die 25 Grad! Bitte lacht jetzt nicht! Ich weiß schon, wie kalt es bei Euch daheim ist. Ohje, ich vermute Schlimmes.

Unser Tag endete damit, daß wir gegen 21 Uhr in Melbourne eintrafen, und es mich wieder einmal ziemlich erwischt hatte. Da Melbourne die Stadt der Brücken ist, überquerten wir die größte Brücke von Melbourne. Auf dem höchsten Punkt der Brücke angekommen hatten wir einen wunderschönen Blick auf die City. Ich kann Euch das Gefühl leider nicht beschreiben. Aber es war etwas ganz Besonderes. Grüne, blaue, gelbe, orange, weiße Lichter – gemischt mit den schillernden Höhen der Bürogebäude. Ein tolles Gefühl! Aber wie gesagt – jeder von Euch hat die Chance sich dieses Land selbst anzuschauen, und Ihr müßt die nächste Gelegenheit dazu nutzen!

Heute am Freitag verbrachte ich eine lange Zeit im Bett und holte meine verpaßten Stunden Schlaf wieder auf. Am Nachmittag bummelte ich noch gelassen durch die Stadt, und überlegte mir, was ich Euch denn wieder so schreiben könnte. Ich bin am Ende angekommen – und jetzt suche ich noch die passenden Fotos aus.

Take it easy!

Euer Stefan


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