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- Auf dem Boden lernen: Mit bunten Teppichen ausgestattet machen es sich die Schülerinnen und Schüler der Ganztagesklassen an der Maria-Ward-Realschule in ihren neuen Räumlichkeiten in Rebdorf auch schon einmal auf dem Gang bequem - Foto: smo
Die Vorhut ist gelandet
Eichstätt (smo) Seit Schuljahresbeginn finden auch Schülerinnen ihren Weg in das Schulgebäude der bisherigen Knabenrealschule Rebdorf. Zwei koedukative Ganztagesklassen, die nach der Marchtaler-Plan-Pädagogik unterrichtet werden, haben ihre Klassenräume im so genannten Wasserfrontbau der Schule bezogen.
In zwei Jahren wird die restliche Realschule Maria-Ward vom Residenzplatz nach Rebdorf umziehen. Die Diözese saniert derzeit bekanntlich die Klostergebäude und errichtet dort ein Realschulzentrum.
Über den Gabrielihof erreichen die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse der im vergangenen Schuljahr an der Maria-Ward-Realschule eingeführten Marchtaler-Plan-Pädagogik ihre Klassenräume. Dort, im ersten Stock, sind sie ganz für sich. "Hier können die Schüler und Schülerinnen in Ruhe in ihrem Rhythmus arbeiten", erklärt Schulleiterin Dr. Prof. Barbara Staudigl.
Während die Woche mit dem Morgenkreis am Montag und dem Abschlusskreis am Freitag einen klar erkennbaren Rahmen besitzt, haben die Schüler jeden Morgen Zeit, in freier Stillarbeit ihren eigenen Lernprozess individuell zu gestalten. "Freiheit heißt aber nicht Beliebigkeit", betont Staudigl. "Der Stoff ist vorgegeben, muss erarbeitet werden, wird von den Lehrkräften begleitet - und in einer Prüfung zum selbst gewählten Zeitpunkt abgeprüft." Allerdings dürfe man sich selbst einteilen, in welcher Reihenfolge, mit wem und in welchem Zeitrhythmus man arbeitet. Das kann auch auf dem Gang auf dem Boden sein. "Jeder so, wie er es am liebsten mag und wo er am besten lernen kann", sagt Konrektorin Claudia Reil.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Marchtaler Planpädagogik ist der Vernetzte Unterricht (VU), der die Fächer Biologie, Geschichte, Religion und Erdkunde miteinander verbindet. Die Schüler der 5. Klasse sind derzeit gerade mit der Einheit "Wir lernen unsere Heimat kennen" fertig und binden die Arbeitsblätter sowie alle selbst gefertigten Unterrichtsmaterialien zu einer Art "Epochenbuch", einer VU-Mappe, wie sie sie nennen. Die nächste Einheit wird passend zur Jahreszeit "Heute ist euch der Retter geboren" sein. Die Sechsklässler haben nach den ersten sechs Wochen ihre Einheit "Kirche - Volk Gottes auf dem Weg" fertiggestellt, ehe sie nun mit der Einheit "Rom, die Römer und unsere Heimat" begonnen haben.
Während Unterricht und Klassenräume von den Schülern der Knabenrealschule getrennt sind, wird mittags zusammen gegessen, "auch gern einmal lautstark", meint Reil schmunzelnd. Alles in allem wirken die Lehrkräfte der Maria-Ward-Realschule sehr zufrieden mit den ersten Wochen in Rebdorf: "Wir sind hier wohlgelitten und gut gelandet." Das wünsche man sich auch, wenn die restliche Schule aus der Innenstadt in Richtung Rebdorf abwandert.
Marco Schneider
Eichstätter Kurier 30.11.2011
