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22.2.2012 : 19:06

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J´adore Paris - Abschlussfahrt der Klasse 10 e nach Paris

"Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris."  (Heinrich Heine)

Der Französisch-Zweig verpflichtet. - Deshalb war es nicht überraschend, dass sich die Klasse 10 e für ihre Abschlussfahrt Paris als Ziel wählte. Bereits in den Wochen vor der Abfahrt machte sich die Klasse reisefertig: Gemeinsam wählten die Schülerinnen die Sehenswürdigkeiten aus, die besichtigt werden würden und erstellten in Kleingruppen Referate dazu. So waren sie Reisende und Reiseleiter in einem.

Nach elf Stunden Busfahrt waren alle froh, sich die Beine bei einem Nachtspaziergang auf der Ile de la Cité zu vertreten. Auf dem Vorplatz von Notre-Dame und in den kleinen engen Gassen verzauberte uns sofort das Flair von Paris. Gerädert von der langen Busfahrt und in weiser Vorausschau auf den kommenden Tag gingen wir früh ins Bett. Am nächsten Tag sollten wir die Hauptstadt Frankreichs richtig kennen lernen - zu Fuß. Denn zum Glück wohnten wir mitten im Herzen Paris, so dass wir nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen waren.

Top fit marschierten wir also am Dienstagmorgen los, um dann Notre-Dame bei Tageslicht zu besichtigen. Besonders beeindruckten uns die bunten Rosettenfenster.

Quer durch die Straßen von Paris gelangten wir über die Fontaines de Niky de St Phalle zum Centre Pompidou, wo wir Straßenkünstler bestaunten, die riesige Bilder auf das Pflaster malten. Während der Mittagspause hatten die Schülerinnen Zeit, in den Halles zu bummeln. Die vollen Einkaufstüten erschwerten den Weg zum Louvre, den wir jedoch nur von außen begutachteten, um die nächste Einkaufsstraße - die Champs-Elysées - zu stürmen. Louis Vuitton und Co. so weit das Auge reichte. Da waren alle schweren Taschen und vom Spaziergang schmerzenden Füße vergessen.

Am Abend sollten wir wohl das Highlight der Parisfahrt - im wahrsten Sinne des Wortes - erleben: Der Eiffelturm zeigte sich uns von seiner schönsten Seite. Seine tausend Lampen blinkten wie wild und das Wahrzeichen von Paris strahlte über die ganze Stadt. Der Ausblick von der zweiten Ebene aus in das nächtliche Paris begeisterte uns alle. Es gab unendlich viele Geheimnisse im Lichtermeer zu entdecken. Von einer kindlichen Begeisterung gepackt ließen es sich einige Schülerinnen nicht nehmen, noch schnell ein paar Runden auf einem Karussell zu drehen, bevor wir uns auf den Rückweg mit der Metro in unsere Jugendherberge machten.

Wenn auch nicht durch das Wetter, dann doch wenigstens durch unser Ziel war der Mittwoch herrlich strahlend. Das prunkvolle Schloss von Versailles empfing uns königlich. Durch die edlen Gänge und Zimmer begleitete und informierte eine jede von uns ein Audioguide. Wir konnten förmlich sehen wie vor langer Zeit das königliche Ehepaar sein Abendessen eingenommen hatte, die Festgäste im Spiegelsaal getanzt hatten oder die Königin durch Geheimgänge vor den Aufständischen geflohen war. Wir nahmen unser Mittagessen dann doch etwas feudaler auf einer Treppe in den Parkanlagen des Schlosses ein, wo uns Frau Hinfray-Schmid mit einigen Leckereien aus Frankreich vertraut machte. Danach erfuhren wir im Garten des Bauernhofes von Marie-Antoinette noch mehr Informationen über den Königshof und genossen anschließend die Nachmittagssonne.

Auf dem Heimweg kutschierte uns unser Busfahrer durch das Geschäftsviertel La Défense, wo die Grande Arche als modernes Pendant zum Arc de Triomphe über das Häusermeer herausragte.

Am Abend machten wir uns abermals zu Fuß auf in Richtung Hard Rock Café, um das eine oder andere Kultsouvenir zu ergattern oder einfach in das Pariser Nachtleben zu schnuppern.

Unser vorletzter Tag war geprägt von der Kunst. Der Vormittag gehörte ganz dem Louvre und natürlich der wohl berühmtesten Dame überhaupt. In Künstlerkreisen wird sie La Gioconda genannt, bei uns heißt sie schlicht Mona Lisa. Doch nicht nur dieses Gemälde ließ die Schülerinnen ins Staunen und in helle Begeisterung fallen. Auch andere, weniger bekannte, aber deswegen nicht minder beeindruckende Kunstwerke schlugen die Schülerinnen in ihren Bann. Gerade jene vom Kunstzweig konnten die Bilder gut erschließen und informierten uns über Epochen und Malstile.

Bei einem gemeinsamen Crêpes-Essen und einem weiteren Bummel über die Champs-Elysées konnten sich die Eindrücke des Vormittags setzen und wir waren bereit für eine weitere Ladung Kunst, doch dieses mal im kleineren Stil. Den Nachmittag verbrachten wir im Künstlerviertel mit Besuch der Kirche Sacré-Coeur. Hier staunten wir nicht weniger als im Louvre: die Kirche, die aussieht wie aus Zuckerguss; Straßenkünstler, die mit ihrer Musik gute Stimmung verbreiteten; Hobbykünstler, die einige von uns porträtierten, sei es als Kohlezeichnung, als Karikatur oder als Scherenschnitt.

Den krönenden Abschluss für diesen Tag und damit auch für unseren Aufenthalt in Paris stellte eine nächtliche Boostsfahrt auf der Seine dar. Ein letztes Mal zogen an uns die Wahrzeichen der Stadt vorbei. Und der Eiffelturm ließ es sich nicht nehmen, uns mit dem Blinken seiner tausend Lampen zu verabschieden.

Voll bepackt mit neuen Errungenschaften aus der Mode- oder Künstlerwelt, aber mehr noch mit neuen Eindrücken von einer wunderbaren Stadt und einer einzigartigen Reise mit der Klasse machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Allerdings nicht, ohne an der Champagner-Kellerei POMMERY zu halten und in einer Führung in die Mysterien der Herstellung des edlen Getränks eingeweiht zu werden.

Spät abends erreichten wir schließlich Eichstätt. Geschafft aber glücklich, noch halb im Traum versunken, ging jede Schülerin mit dem innigen Wunsch nach Hause zurück, diese "Schnupperreise" in absehbarer Zukunft wiederholen zu dürfen.

Paris, die Stadt der Geschichte, der Sinne - auch unserer Gefühle - ruft lauthals nach Wiederkehr.

Paris ... nous t´adorons !

Sigrid Maget