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Rund 130 KubikmeterWasserverbraucht eine vierköpfige
Familie im Jahr. Gut die Hälfte dieser mit großem Aufwand
aufbereiteten Menge fließt für die Toilettenspülung, Wäschewaschen
und für den Garten aus der Leitung. Für Aufgaben also, für
die kostbares Trinkwasser viel zu schade ist und sich der
Einsatz von Regenwasser gerade aufdrängt. Und das kommt nicht
nur der Umwelt sondern auch dem Geldbeutel zu gute.
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Es gibt drei Hauptargumente, weshalb die
Regenwassernutzung in Zukunft eine immer wichtigere Rolle
spielen wird: Regenwasser ist kostenlos,
dient zur Substitution von Trinkwasser, und
Rückhaltung von Regenwasser zur Entlastung der
Kanalisation.
Hygienische Bedenken bestehen bei der
Regenwassernutzung bei sachgemäßer Installation der Anlage keine.
Dies haben Erfahrungsberichte und wissenschaftliche
Untersuchungen bestätigt. Bei einem Fachsymposium der
"Fachvereinigung Betriebs und Regenwassernutzung
e.V." im Oktober 1998 sprachen sich Hygieneexperten
einstimmig für die Nutzung von Regenwasser in Gebäuden
aus.
Bei der Planung einer Regenwassernutzungsanlage
ist darauf zu achten, dass diese nahezu wartungsfrei
ausgelegt wird und durch das Ausbleiben einer Wartung
kein Schaden entstehen kann. Darüber hinaus muß die
für die Anwendungsbereiche erforderliche
Wasserqualität erbracht werden und die ständige
Betriebssicherheit gewährleistet sein. Diese
Anforderungen können nur durch Komponenten gesichert
werden, die wartungsarm und betriebssicher sind und in
sich ein System bilden, das aufeinander abgestimmt ist.
Rechtlich fällt die Nutzung von Regenwasser
unter den Bereich Trinkwasserver und Abwasserentsorgung.
Diese Bereiche fallen unter die kommunale
Zuständigkeit. In der Regel sind Regenwassernutzanlagen
bei Ein bis Zweifamilienhäuser nicht
genehmigungspflichtig. Trotzdem sollte vor
Anlagenerstellung die Genehmigungs- und Anzeigenpflicht
bei der örtlichen Bauaufsichtsbehörde erfragt werden.
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Darüber hinaus müssen bei der Erstellung der
Anlage bestimmte technische Regeln gemäß den entsprechenden
DIN‑Vorschriften (wie DIN 1988 oder DIN 1986) beachtet
werden.
Die Funktion einer Regenwassernutzungsanlage
ist denkbar einfach. Das Regenwasser, welches auf die Dachfläche
eines Gebäudes fällt, wird über die Dachrinne und das
Fallrohr zu einem Vorfilter geleitet. Der Vorfilter bildet die
erste Reinigungsstufe in der Regenwasseranlage. Er filtert
feste Schmutzpartikel aus dem Regenwasser ohne diese zurückzuhalten,
d.h. es sollte sich um einen Filter handeln, der sich weitgehend
selbst reinigt, wartungsarm ist, und den Schmutz entsorgt. Der
Schmutz wird in die Kanalisation, das gefilterte Regenwasser in
den Regenwasserspeicher, geleitet.
Der Regenwasserspeicher dient neben der
Speicherung des Regenwassers als zweite Reinigungsstufe. Das
Wasser im Behälter wird durch eine Einlaufberuhigung ruhig
gehalten. Schwerere Schmutzpartikel, die durch den Vorfilter
nicht zurückgehalten wurden können dadurch besser auf den
Boden absinken (sedimentieren) und leichtere Stoffe können
aufsteigen (flotieren). Mit der variablen Saugleitung mit
Zwangsführung wird dann ca. 15 cm unter der Wasseroberfläche
das sauberste Wasser abgesaugt. Durch die Zwangsführung ist
der Schwimmer fixiert und das Wasser wird zusätzlich ruhig
gehalten. Der Regenwasserspeicher muß so dimensioniert werden,
dass er mehrmals im Jahr überläuft und so die Schmutzschicht,
die sich an der Wasseroberfläche bildet, über die beiden Oberläufe
entsorgt (Oberflächenabskimmung). Die Oberflächenabskimmung
funktioniert am besten bei stehenden Zylindern oder noch besser
bei Regenspeichern, bei denen sich die Wasseroberfläche mit
steigendem Wasserstand vergrößert (konische Speicher), da bei
solchen Regenwasserspeichern die Schmutzschicht an der
Wasseroberfläche nicht komprimiert und dadurch die Entsorgung
dieser Schicht, beim Überlaufen des Speichers, positiv beeinflußt
wird. Die Speichergröße sollte aus wirtschaftlichen Gründen
so ausgelegt sein, dass zwischen
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Regenwasserertrag und Regenwasserbedarf ein
ausgewogenes Verhältnis besteht. Bei einem zu großen Speicher
ist der notwendige Überlauf des Regenwassers zur Entsorgung der
Schwimmschicht nicht gegeben.
Die Hausversorgung erfolgt mittels eines
Regenwasser Versorgungs Managements. Das Regenwasser Versorgungs
Management ist eine Kombination von Hauswasserwerk und
Trinkwassernachspeisung. Es sorgt für die Förderung des
Wassers an die Entnahmestellen und die ständige
Betriebsbereitschaft der Anlage. Die Steuerung der Anlage übernimmt
selbsttätig Wartungsarbeiten und gewährleistet eine hohe
Betriebssicherheit. Als Hauswasserwerk werden mehrstufige
Kreiselpumpen mit Schaltautomat und integriertem
Trockenlaufschutz verwendet. Die Pumpen sind leise, energiearm,
korrosionsfest und wartungsarm. Die Trinkwassernachspeisung ist
hausintern und bedarfsorientiert.
Die Rohrinstallation sollte aus
Gründen der Korrosionssicherheit in Kunststoff (PE od.
PP) oder Edelstahl verlegt werden. Um Verwechslungen von
Trinkwasser und Regenwassernetz zu vermeiden, sollten für die
beiden Leitungssysteme unterschiedliche Materialien verwendet
werden. Die Rohrinstallation und die Entnahmestellen sind
zu kennzeichnen und Zapfhähne sollten mit abnehmbaren
Steckschlüsseln gesichert sein.
Ein ökologisch optimales Konzept ergibt sich aus
der Kombination von Regenwassernutzung mit Versickerung, da
hierbei die Regenwasserrückhaltung konsequent
unterstützt
wird.
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