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Beitrag aus dem Magazin für kommunales Management "Kommunal Direkt" März 2001

Regenwassernutzung im privaten Haushalt

Rund 130 KubikmeterWasserverbraucht eine vierköpfige Familie im Jahr. Gut die Hälfte dieser mit großem Aufwand aufbereiteten Menge fließt für die Toilettenspülung, Wäschewaschen und für den Garten aus der Leitung. Für Aufgaben also, für die kostbares Trinkwasser viel zu schade ist und sich der Einsatz von Regenwasser gerade aufdrängt. Und das kommt nicht nur der Umwelt sondern auch dem Geldbeutel zu gute.

Es gibt drei Hauptargumente, weshalb die Regenwassernutzung in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird:  Regenwasser ist kostenlos,  dient zur Substitution von Trinkwasser,  und Rückhaltung von Regenwasser zur Entlastung der Kanalisation.

 

Hygienische Bedenken bestehen bei der Regenwassernutzung bei sachgemäßer Installation der Anlage keine. Dies haben Erfahrungsberichte und wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Bei einem Fachsymposium der "Fachvereinigung Betriebs und Regenwassernutzung e.V." im Oktober 1998 sprachen sich Hygieneexperten einstimmig für die Nutzung von Regenwasser in Gebäuden aus.

 

Bei der Planung einer Regenwassernutzungsanlage ist darauf zu achten, dass diese nahezu wartungsfrei ausgelegt wird und durch das Ausbleiben einer Wartung kein Schaden entstehen kann. Darüber hinaus muß die für die Anwendungsbereiche erforderliche Wasserqualität erbracht werden und die ständige Betriebssicherheit gewährleistet sein. Diese Anforderungen können nur durch Komponenten gesichert werden, die wartungsarm und betriebssicher sind und in sich ein System bilden, das aufeinander abgestimmt ist.

 

Rechtlich fällt die Nutzung von Regenwas­ser unter den Bereich Trinkwasserver und Abwasserentsorgung. Diese Bereiche fallen unter die kommunale Zuständigkeit. In der Regel sind Regenwassernutzanlagen bei Ein bis Zweifamilienhäuser nicht genehmigungspflichtig. Trotzdem sollte vor Anlagenerstellung die Genehmigungs- und Anzeigenpflicht bei der örtlichen Bauaufsichtsbehörde erfragt werden.  
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Darüber hinaus müssen bei der Erstellung der Anlage bestimmte technische Regeln gemäß den entsprechenden DIN‑Vor­schriften (wie DIN 1988 oder DIN 1986) beachtet werden.

 

Die Funktion einer Regenwassernut­zungsanlage ist denkbar einfach. Das Re­genwasser, welches auf die Dachfläche ei­nes Gebäudes fällt, wird über die Dachrin­ne und das Fallrohr zu einem Vorfilter ge­leitet. Der Vorfilter bildet die erste Reini­gungsstufe in der Regenwasseranlage. Er filtert feste Schmutzpartikel aus dem Re­genwasser ohne diese zurückzuhalten, d.h. es sollte sich um einen Filter handeln, der sich weitgehend selbst reinigt, wartungsarm ist, und den Schmutz entsorgt. Der Schmutz wird in die Kanalisation, das gefilterte Regenwasser in den Regenwasserspeicher, geleitet.

 

Der Regenwasserspeicher dient neben der Speicherung des Regenwassers als zweite Reinigungsstufe. Das Wasser im Behälter wird durch eine Einlaufberuhigung ruhig gehalten. Schwerere Schmutzpartikel, die durch den Vorfilter nicht zurückgehalten wurden können dadurch besser auf den Boden absinken (sedimentieren) und leichtere Stoffe können aufsteigen (flotieren). Mit der variablen Saugleitung mit Zwangsführung wird dann ca. 15 cm unter der Wasseroberfläche das sauberste Was­ser abgesaugt. Durch die Zwangsführung ist der Schwimmer fixiert und das Wasser wird zusätzlich ruhig gehalten. Der Regenwasserspeicher muß so dimensioniert werden, dass er mehrmals im Jahr überläuft und so die Schmutzschicht, die sich an der Wasseroberfläche bildet, über die beiden Oberläufe entsorgt (Oberflächenabskimmung). Die Oberflächenabskimmung funktioniert am besten bei stehenden Zylindern oder noch besser bei Regenspeichern, bei denen sich die Wasseroberfläche mit steigendem Wasserstand vergrößert (konische Speicher), da bei solchen Regenwasserspeichern die Schmutzschicht an der Wasseroberfläche nicht komprimiert und dadurch die Entsorgung dieser Schicht, beim Überlaufen des Speichers, positiv beeinflußt wird. Die Speichergröße sollte aus wirtschaftlichen Gründen so ausgelegt sein, dass zwischen

 











 

Regenwasserertrag und Regenwasserbedarf ein ausgewogenes Verhältnis besteht. Bei einem zu großen Speicher ist der notwendige Überlauf des Regenwassers zur Entsorgung der Schwimmschicht nicht gegeben.

 

Die Hausversorgung erfolgt mittels eines Regenwasser Versorgungs Managements. Das Regenwasser Versorgungs Management ist eine Kombination von Hauswasserwerk und Trinkwassernachspeisung. Es sorgt für die Förderung des Wassers an die Entnahmestellen und die ständige Betriebsbereitschaft der Anlage. Die Steuerung der Anlage übernimmt selbsttätig Wartungsarbeiten und gewährleistet eine hohe Betriebssicherheit. Als Hauswasserwerk werden mehrstufige Kreiselpumpen mit Schaltautomat und integriertem Trockenlaufschutz verwendet. Die Pumpen sind leise, energiearm, korrosionsfest und wartungsarm. Die Trinkwassernachspeisung ist hausintern und bedarfsorientiert.

 

Die Rohrinstallation sollte aus Gründen der Korrosionssicherheit in Kunststoff (PE od. PP) oder Edelstahl verlegt werden. Um Verwechslungen von Trinkwasser und Regenwassernetz zu vermeiden, sollten für die beiden Leitungssysteme unterschiedliche Materialien verwendet werden. Die Rohrinstallation und die Entnahmestellen sind zu kennzeichnen und Zapfhähne sollten mit abnehmbaren Steckschlüsseln gesichert sein.

 

Ein ökologisch optimales Konzept ergibt sich aus der Kombination von Regenwassernutzung mit Versickerung, da hierbei die Regenwasserrückhaltung konsequent

unterstützt wird.                                    KD068